„Man muss wissen was man will – und dafür kämpfen“

Juliane ist inzwischen Bereichsleitung der Collection Services. Vorher hat sie ein im Jahr 2017 entstandenes Team im Client Onboarding & Projects, Bereich Client Services in Teilzeit geführt. Sie selbst hat das fünfköpfige Team aufgebaut. Ziel des Teams ist eine sehr gute Anbindung der Kunden und aller Projekte im Bereich Client Services zu koordinieren. Ein großes Projekt ist derzeit zum Beispiel „Stargate“ – hier wird ein neues Kundenportal implementiert.

Juliane, Du arbeitest in Teilzeit. Wie lässt sich das Deiner Erfahrung nach mit einer Führungsposition vereinbaren?

In der Position, die ich jetzt habe, super, weil ich ein Team von Projektmanagern habe, die von sich aus sehr eigenverantwortlich sind. Es reicht, wenn wir gemeinsam den Rahmen abstecken und ich dann vor allem unterstütze, sparre und als Ansprechpartnerin bereitstehe. Ich muss auch nicht in jedem Thema drin sein, weil ich sehr gute Mitarbeiter habe. Von daher geht es richtig gut.

Natürlich habe ich auch ein Handy, sodass ich erreichbar bin. Ich kann mobil arbeiten und diese Flexibilität brauche ich auch, dass ich abends noch etwas machen kann, wenn der Tag mit Kind es nicht hergegeben hat. Das darf nur eine Ausnahme sein und das ist sie auch, aber es muss eben gehen, um auch auf akute Ereignisse reagieren zu können.

Ich arbeite 6 Stunden, 5 Tage. Wenn Tagungen sind oder ich mal Vollzeit arbeiten muss, entlasten mich Oma und Opa oder mein Mann. Die Rahmenbedingungen sind einfach wichtig und ich bin froh, dass ich sie bei EOS so habe.

Bist Du schon in Teilzeit als Führungskraft gestartet?

Nein, ich bin zunächst in Vollzeit gestartet, das war vor meiner Elternzeit. Im Anschluss an die Elternzeit bin ich in Teilzeit wiedergekommen. Ich war immer als Führungskraft im Bereich Client Services tätig und hatte zunächst das Reporting-Team und im Anschluss das Team Kundenanbindung, in dem die Schnittstellen mit unseren Kunden eingerichtet werden. Bei der letzteren Aufgabe waren Teilzeit und Führung für mich nicht optimal zu vereinbaren. Hier bin ich mit meiner Führungskraft ins Gespräch gegangen, um gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen. Die Chance mit meinem aktuellen Team Client Onboarding and Projects hat sich dann schnell ergeben, und ich habe sie direkt ergriffen. Ich habe gelernt, dass es okay ist, wenn man sich eingesteht, dass manche Führungspositionen in Teilzeit funktionieren – und manche nicht.

Gibt es noch etwas, das Du Dir für Deinen beruflichen Alltag wünschst?

Eigentlich nicht. Ich hatte mir immer das Thema Home-Office gewünscht, das habe ich jetzt. Was ich mir trotzdem noch von EOS wünschen würde, ist nicht die Kernarbeitszeit von 7 bis 20 Uhr zu haben, weil ich die manchmal nicht mit meinem Mama-Sein vereinbaren kann. Ich würde gerne ab und an nach 20 Uhr arbeiten können, wenn irgendwas ist. Manchmal ist mir das noch ein bisschen zu starr. Aber ich finde, dass EOS sich schon sehr weit entwickelt hat – gerade bei Themen wie mobiles Arbeiten und Home-Office. Und vor allem Skype hat mir ganz viel gebracht.

Seit wann bist Du bei EOS?

Ich bin schon seit 2009 bei EOS. Also wirklich schon sehr lang.

Dann hast Du ja viel mitbekommen von der Entwicklung.

Genau. Als ich hier angefangen habe, gab es noch nichts davon.

Wann haben Deiner Meinung nach die größten Entwicklungen stattgefunden?

Seit EOS Technology Solutions das Programm „Digital Workplace NOW @ EOS“ ins Leben gerufen hat. Da kamen Outlook, Skype, Teams und als nächstes die IP-Telefonie. In den letzten zwei Jahren hat sich viel getan. Mobiles Arbeiten gab es schon länger, aber es wird inzwischen von mehr Leuten genutzt und stärker akzeptiert. Ich kann meinem Team sagen, dass es quasi egal ist, von wo sie arbeiten. Mir ist wichtig, dass sie gut arbeiten können und ihre Themen abgearbeitet bekommen. Da sind wir kulturell viel weiter als noch vor drei bis vier Jahren. Das hilft meinem Team, das hilft mir, und das finde ich sehr produktiv.

Was rätst Du Frauen, die Führungsverantwortung übernehmen möchten?

In erster Linie, dass sie sagen, was sie wollen und nicht hoffen, dass jemand zu ihnen kommt und sie auf den Thron hebt. Das wird nicht passieren. Manche Frauen neigen dazu, zu still zu sein und ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu äußern. Dabei ist letzteres meiner Meinung nach das Allerwichtigste. Und auch zu äußern, wenn etwas – wie bei mir – mal nicht funktioniert. Um sich weiterzuentwickeln muss man wissen, was man will und auch dafür kämpfen und dafür einstehen. Das ist das Wichtigste und der Rest kommt dann, wenn man selbst weiß, welchen Weg man gehen möchte.

Frauen in Führung bei EOS: