„Mädels, go for it!“ Frauen in Führungspositionen bei EOS

Sylke ist Head of Corporate Human Resources, und ist national und international für alle HR-Themen verantwortlich. Das umfasst Bereiche wie Personalentwicklung, Personalmarketing, Ausbildung, Gesundheitsmanagement und ganz aktuell auch das Thema New Work. Dazu natürlich Grundsatzfragen und klassische HR-Bereiche, wie Arbeitsvertragsgestaltung, Arbeitsrecht, die Entwicklungen von Entgelt- und Vergütungsstrukturen, Personalberatung und -betreuung, Personalcontrolling …

Sylke, wann wusstest Du, dass Du Karriere machen möchtest?

Ich war schon immer sehr zielstrebig und ehrgeizig. Das hat in der Schule angefangen. Ich habe schon früh darüber nachgedacht, was ich erreichen kann. Ich war die erste in der Familie, die Abitur gemacht hat, und war dann auch die erste, die studiert hat. Und weil das alles so gut geklappt hat, hat mich das inspiriert weiterzumachen. Immer einen Schritt nach dem anderen zu gehen und mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Das war gar nicht so unbedingt der Gedanke „Ich mach jetzt Karriere“, der mich angerieben hat, sondern dass ich etwas bewegen und verändern wollte. Mit diesem Wunsch, einer hohen Leistungsmotivation und einem starken Gestaltungswillen haben sich die weiteren Schritte ergeben.

Welche Herausforderungen musstest Du meistern, um zu sein, wo Du heute bist?

Es gehörte schon viel Engagement dazu, und durchaus das Setzen von Prioritäten. Ich habe den Fokus auf meinen Beruf und die persönliche Entwicklung gelegt. Weil mir die Themen Spaß gemacht haben. Das war für mich kein Verzicht auf irgendetwas, sondern eine klare Prioritätensetzung.

Dazu bin ich immer in sehr männerdominierten Branchen tätig gewesen. Zuerst lange in der Bauindustrie und dann war ich in der Logistik und im Automotive-Bereich unterwegs. Das sind stark männerdominierte Branchen, in denen ich mich als Frau beweisen musste, um ein akzeptierter Gesprächspartner zu sein, und meine Themen genauso platzieren zu können wie männliche Kollegen.

Was ist Dein Anspruch an eine erfolgreiche Führung?

Ich glaube den einen Führungsstil gibt es nicht. Erfolgreiche Führung ist sehr individuell und kontextabhängig. Hier das richtige Maß zu finden ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Wenn man es mit einem Führungsstil beschreiben möchte, halte ich den transformationalen Führungsstil für einen guten Weg. Das heißt, dass ich versuche meine Mitarbeiter zu inspirieren und zu motivieren, selber Vorbild zu sein und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Gleichzeitig aber auch viel Freiraum zu geben und eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Vom Grundtenor bin ich eine Person, die erstmal Vertrauen schenkt und nicht erst Vertrauen erarbeiten lässt, bis sie enttäuscht wird. Hierbei natürlich immer mit einem unterschiedlichen Scope von Nähe und Distanz je nach Thema und Kontext. Ich versuche immer meine Mitarbeiter und das Team einzubinden, eine Richtung vorzugeben, dann als Sparringpartner zur Seite zu stehen und dabei zu unterstützen, den eigenen Weg zu gehen.

Was rätst Du Frauen, die Führungspositionen übernehmen möchten?

Mädels, go for it! Ich glaube gar nicht, dass es eine zentrale Frage ist, ob man Frau oder Mann ist. Jeder muss sich vorher überlegen, ob man in eine Führungsrolle gehen möchte, weil das aktuell noch klassisch verknüpft ist mit der Intention von Karriere.

Oder möchte ich mich wirklich mit einem Team beschäftigen und tatsächlich dann ganz anders in den Kontext von Führung gehen.
Wenn ich eine Führungsaufgabe habe, bin ich natürlich immer weiter weg von inhaltlich fachlichen Themen. Je nach Unternehmen und Struktur stellt sich die die Frage, ob es eine Managerrolle oder eine Leadership Rolle ist. Diese Fragen sollte jeder für sich vorher versuchen zu beantworten, und eher weniger aus einem Impuls heraus in eine Führungsfunktion gehen. Heute gibt es in Unternehmen mit veränderter Arbeitsorganisation, mit unterschiedlichen kulturellen Kontexten, ja auch andere Möglichkeiten, eine Karriere einzuschlagen, zum Beispiel eine Fachkarriere.

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