Agil Arbeiten bei EOS

15.02.2019  |  Blog  |  Sören Fandrich

Wenn sich die Märkte rasant verändern, muss die Unternehmenssoftware Schritt halten.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, hat EOS für die Entwicklung des neuen Inkassosystems FX agile Methoden eingeführt. Ganz im Sinne der Cultural Journey. Diese beinhaltet unter anderem das Thema, wie EOS sich hinsichtlich der Digitalisierung zukünftig aufstellt. Um schneller und flexibler arbeiten und reagieren zu können. Denn nicht nur die Unternehmenssoftware muss mit dem Wandel Schritt halten können, sondern der gesamte Konzern.

„Agile by nature“

Das steht auf dem Aufkleber auf Kirsten Hunders Laptop. Eigentlich, sagt Kirsten, sendet der Aufkleber die falsche Botschaft: „Das Konzept des agilen Arbeitens ist mir ziemlich neu.“ Vor zwei Jahren kam sie in das Software-Projekt FX bei EOS in Hamburg, wo sie heute als Product Owner arbeitet. „In Wochen statt Monaten zu denken und meine Zeit um Meetings herum zu organisieren, war eine Umstellung.“

In ihrem letzten Job zogen sich Fachleute noch zurück, um 100-seitige Konzepte zu schreiben. Deren Umsetzung dauerte dann eineinhalb Jahre. „Wenn man Glück hatte, wurde das Ergebnis abgenommen, aber ziemlich oft wurde es abgelehnt und alles begann von vorne.“ Kirsten brauchte also eine Weile, um sich bei FX zu akklimatisieren. „Der Kickertisch und die ganzen Post-it-Zettel kamen mir erst komisch vor. Ich fragte mich: Wird hier auch gearbeitet?“

Sören Fandrich

FX entwickelt eine datengetriebene Plattform

Die Mission von Kirsten und ihren rund 70 Kollegen: mit FX das neue Rückgrat von EOS Deutschland schaffen. FX ist eine völlig neue Softwareplattform für das Forderungsmanagement. Das bestehende System kommuniziert nach starren Regeln mit den Schuldnern, FX soll flexibler, datengetriebener sein. Dadurch können die EOS Mitarbeitern persönlicher mit Schuldnern umgehen, was zu mehr Respekt im Umgang führt und die Chance auf eine Rückzahlung erhöht.

„FX analysiert anonymisierte Schuldnerdaten und schlägt uns zum Beispiel vor, auf welchem Weg wir mit einem Schuldner den Dialog führen sollten, per E-Mail, WhatsApp oder Brief,“ sagt Thomas Lieder von EOS Technology Solutions. Thomas, selbst Agile Coach, steht gerade im Küchen- und Entertainmentbereich der Projekt-Etage. Playstation, Kickertisch – sind das alles nicht nur modische Accessoires, die man heute eben hat – so wie man heute eben „agil“ arbeitet?

„Agil ist weit mehr als ein Buzzword,“ sagt Thomas. „Es ist der einzige Weg, den wir gehen können.“ Jede Software, die bei EOS entwickelt wird, muss schnell entstehen und in Bewegung bleiben. Die Unternehmensrealität ändert sich so schnell, dass jedes System ansonsten schon wieder veraltet wäre, wenn es marktreif ist.

„Reagieren auf Veränderungen“

Das ist einer der vier Werte des 2001 aufgesetzten „Agile Manifesto“, entstanden aus Frustration über traditionelle Workflows. „Die Vorstellung, man müsse einen Sachverhalt erst komplett durchdenken, um eine Lösung zu finden, ist falsch,“ sagt Thomas. Ebenso, dass verschiedene Gewerke getrennt voneinander arbeiten. Softwareentwickler, UX-Designer und Inkassomitarbeiter arbeiten bei FX zusammen. Alle zwei Wochen planen sie gemeinsam die Schritte für den nächsten Sprint.

„Unsere Teams arbeiten an vielen kleinen Systemen, die gemeinsam die komplette Plattform bilden,“ sagt Thomas. Deswegen ist ständiger Austausch notwendig. Dokumentiert wird mit Post-It-Zetteln an einer Wand. Sie zeigen transparent, wo die Teams stehen. Bei den zweiwöchigen Sprint Reviews werden Ergebnisse und das weitere Vorgehen diskutiert.

Zu den Werten des Manifests gehört auch, dass die Menschen, für die man programmiert, wichtiger sind als bestehende Prozesse und Werkzeuge. Die eigentliche Herausforderung ist laut Thomas, eine komplette Denkweise zu vermitteln. „Werte wie Offenheit, Respekt, Mut und Transparenz sind entscheidend.“

Und Vertrauen. In sich selbst, in andere Teammitglieder und in agile Techniken wie Scrum. „Ohne Vertrauen funktionieren viele Dinge einfach nicht,“ sagt Thomas und räumt dabei die Spülmaschine aus. „Bei EOS sagen wir: You build it, you run it. Das bedeutet, dass Teammitglieder für ihre Arbeit verantwortlich sind, aber auch für andere Dinge – wie das Leeren der Spülmaschine.“

Führen bedeutet Hürden abbauen

„Wir mögen keine Hierarchien, aber Führung ist immer noch notwendig,“ sagt Thomas. Um einen Rahmen für Selbstverantwortung zu schaffen. „Auch ich habe einen Teamleiter. Brauche ich seine Zustimmung, wenn ich Urlaub machen möchte? Nein, das koordiniere ich mit meinem Team.“

Auch im Gesamtunternehmen muss Thomas um Vertrauen werben, bevor sich Kollegen von ihren Routinen lösen und agile Arbeitsweisen annehmen: „Wir müssen akzeptieren, dass wir Teil einer größeren Organisation sind.“ Daher sei es ein langer Weg, die Arbeitsabläufe im gesamten Unternehmen zu transformieren. Wovon alle profitieren werden, wie er meint.

Ein wichtiger Schritt ist mit der Implementierung von FX getan. Seitdem wird auch die IT innerhalb des Konzerns ganz anders wahrgenommen, sagt Jana Titov aus der internen Kommunikation: „Früher hat man die IT-Leute als sozial inkompatibel abgestempelt, heute sind sie Vorbilder in Sachen Teamarbeit und Fortschritt.“

Auch Kirsten ist heute vom agilen Arbeiten überzeugt. „Agilität macht auch im Teambuilding einen riesigen Unterschied, neue Kollegen können schon innerhalb weniger Wochen Verantwortung übernehmen. Ich würde wirklich nicht gern die Zeit zurückdrehen.“

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